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Möglichkeiten zum Engagement im Bereich Asyl in Berlin

Liebe Leser_Innen,

mit großer Freude begrüßen wir die Anfragen all jener die uns u.a. über Facebook angeschrieben haben mit der Frage: Ich will unbedingt was tun, weiß aber nicht was, was kann ich tun? Es tut uns sehr Leid, dass wir meistens nicht auf Eure Anfragen persönlich antworten und zugleich das Eingeständnis, es wird wohl auch zukünftig nicht ideal ablaufen.

Aber: Eine motivierte Aktivistin des Teams hat die Initiative ergriffen und die Möglichkeiten zum Engagement im Bereich Asyl in Berlin zusammengefasst.

An dieser Stelle ist es uns sehr wichtig zu betonen: Dieser Post erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ergänzungen, Vervollständigungen usw., in einem ähnlichen Format wie hier vorgegeben, nehmen wir gerne entgegen (ohlauerinfopoint@gmx.de). Die Aktualisierung kann etwas dauern, wir bitten um Geduld  ;-)…

NGOs/größere Bündnisse:

Geflüchteten Deutschunterricht geben:

  • Multitude e.V.www.multitude-berlin.de

    Beschreibung: Wir bieten in verschiedenen Berliner Lager mehr oder weniger regelmäßig mit einer hohen Fluktuation an Lehrer_innen und auch Schüler_innen abendliche Deutschkurse an. Neben der Unterrichts-AG organisieren wir uns momentan im Kinderclub (Kinderbetreuung parallel zum Deutschunterricht), in der „Wohnung statt Lager“-Gruppe, der Kino-AG, der Garten-AG, der Theater-AG, der Web-AG, der Finanz-AG und der Koordinations-AG.

    Kontakt: Wenn du Interesse hast, uns kennen zu lernen, schreib einfach eine kurze Mail an: info@multitude-berlin.de

Asylberatung anbieten/Informationen zum Asylrecht bekommen:

  • Refugee Law Clinic Berlin

    http://rlc-berlin.org/

    Beschreibung: Wir sind eine Initiative von Studierenden und Promovend_innen der Humboldt-Universität zu Berlin aus verschiedenen Fachrichtungen. Unser Ziel ist es, Studierenden Kenntnisse des Asyl- und Aufenthaltsrechts zu vermitteln und gleichzeitig kostenlose und kompetente Rechtsberatung für Geflüchtete und Migrant_innen in Berlin anzubieten. Durch eine Kombination aus theoretischer und praktischer Ausbildung sollen Studierende schon während ihrer Ausbildung in die Lage versetzt werden, echte rechtliche Hilfe anbieten zu können. Die Refugee Law Clinic Berlin e.V. schafft ein Rechtsberatungsangebot für Migrant_innen und Geflüchtete, ergänzt das universitäre Lehrangebot und möchte damit eine Lücke zwischen Ausbildung und Anwendung schließen.

    Kontakt: info@rlc-berlin.org

  • Amnesty Asyl Berlinhttp://www.amnesty-asylgruppe-berlin.de/Main/Asylberatung

    Beschreibung: Wir helfen bei der Vorbereitung auf die Asylanhörung, Fragen zum Asylverfahren und der Bereitstellung von Informationen zu Herkunftsländern.

    Kontakt: Jeden zweiten Dienstag findet um 19:15 Uhr unser Gruppentreffen statt. Vor jedem Gruppentreffen findet um 18:30 eine Einführung für Interessierte statt, in der wir die Arbeit unserer Gruppe vorstellen und Fragen beantworten.

Politische Gruppe zum Thema Asyl:

  • Refugee Struggle for Freedomhttp://www.refugeestruggle.org

    Beschreibung: Wir sind eine Gruppe von Non-Citizens, die unsere Länder wegen konkreter politischer Gründe verlassen haben. Krieg, Armut, Sanktionen und Besetzungen als Folge des Imperialismus, die auch mit der NATO gesichert sind, sowie kein gesichertes Leben unter einer Diktatur im Herkunftsland, all dies brachte uns hier nach Deutschland. Im Bewusstsein über weltweiten Rassismus, Sexismus und Nationalismus sind wir nur hier, um ein gesichertes Leben und die Freiheit, zu wählen, in unserem Leben zu haben. Aber was wir in Deutschland gegenüberstehen ist etwas vollkommen anderes: Unmenschliche Lebensbedingungen, wie gezwungen zu sein in Flüchtlingslagern zu leben und die allgemeine Isolation als Folge davon, Abschiebung, Residenzpflicht, Lebensmittelpakete, keine Erlaubnis zu arbeiten oder zu studieren, dies sind nur einige Beispiele von dem, was wir jeden Tag erleben. Das Ergebnis dieser Situation ist die unzählige Anzahl von Selbstmorden von Non-Citizens in den Lagern. Wir als Mitbewohner_innen können nicht einfach da sitzen und den Toden unserer Mitbewohner_innen weiter zusehen.

    Kontakt: indorsff@gmail.com

  • Asylstrike Berlin
    http://www.asylstrikeberlin.wordpress.com
    Beschreibung: Geflüchtete kämpfen in Berlin für ihre Rechte

    Kontakt: refugeeresistanceberlin@gmail.com

  • Refugee Schul- und Unistreikhttps://refugeeschulstreik.wordpress.com/

    Beschreibung: Wir sind ein Bündnis von SchülerInnen, Studierenden, Auszubildenden und jungen ArbeiterInnen in Berlin, das für die Rechte der Geflüchteten kämpft. Unsere Initiative in Berlin ist die Fortsetzung einer großen Solidaritätsbewegung. Sie wurde durch mehrere Räumungsversuche und -drohungen des Protestcamps am Oranienplatz durch den Berliner Senat und die Bezirksverwaltung angestoßen. Am 13.02.14 haben wir den Berliner Schul- und Unistreik organisiert, der durch Aktionen in anderen Städten begleitet wurde. Auch nach der erfolgten Räumung des Oranienplatzes hört unser Kampf nicht auf.

    Kontakt: Wenn ihr als Einzelperson oder Gruppe Interesse habt, bei der Organisation und Planung unserer Aktionen mitzuwirken, kommt einfach zu einem unserer Treffen! [öffentliches Plenum: Dienstag um 18 Uhr im Wasserturm, Kopischstraße 7, 10965 Berlin-Kreuzberg (besser vorher über FB fragen ob Treffen tatsächlich stattfindet)]

  • Bündnis gegen Lager Berlin-Brandenburg

    http://bglbb.blogsport.de/

    Beschreibung: Engagiert sich für Wohnungen statt Sammelunterkünften für Flüchtlinge. Hauptforderung des Bündnisses ist die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen in Wohnungen. Weiterhin haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, die Abschaffung der mit der Lagerunterbringung einhergehenden rassistischen Sondergesetze, wie das Sachleistungs-prinzip und die Residenzpflicht, zu fordern.

    Kontakt: buendnis_gegen_lager@riseup.net

  • Initiative Grenzen weg
    https://grenzenwegberlin.wordpress.com/

    Beschreibung: Initiative aus Studierenden der Alice Salomon Hochschule Hellersdorf

Lokale Willkommensinitiativen:

  • Solidaritätsnetzwerk Hellersdorf – Refugees Welcomehttp://infoportalhellersdorf.blogsport.de/

    Beschreibung: Informationen zu Solidaritätsaktionen in Hellersdorf

  • Hellersdorf hilft Asylbewerbernhttps://hellersdorfhilft.wordpress.com/

    Beschreibung: Wir setzen uns ein für einen solidarischen, toleranten und menschenfreundlichen Bezirk. Wir wollen die ankommenden Flüchtlinge und AsylbewerberInnen in Marzahn-Hellersdorf in der Notunterkunft in der Carola-Neher-Straße zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern des Bezirks und auch mit externer Hilfe aktiv unterstützen. Dazu werden wir über die aktuelle Situation informieren, Kontakte herstellen und mögliche Aktionen organisieren, koodinieren und/ oder bekanntgeben.

    Kontakt: Ehrenamtliche Helfer/innen und andere Interessierte können sich im Büro von Polis*, der Bezirklichen Koordinierungsstelle für Demokratieentwicklung am Ort der Vielfalt Marzahn-Hellersdorf, melden.

    Adresse: Polis* – Bezirkliche Koordinierungsstelle für Demokratieentwicklung am Ort der Vielfalt Marzahn-Hellersdorf, Alice-Salomon-Platz 3, 12627 Berlin,

    E-Mail: polis@stiftung-spi.de

  • Bündnis Willkommen im Westend- Refugees Welcome
    http://willkommen-im-westend.de/

    Beschreibung: Wir sind eine Gruppe von Nachbarinnen und Nachbarn aus Charlottenburg und anderen Berliner Bezirken, die sich für die hier angekommenen Flüchtlinge engagieren.

    Kontakt: kontakt@willkommen-im-westend.de

  • Bündnis Willkommen in Reinickendorf – Refugees Welcomehttp://willkommen-in-reinickendorf.de/
  • Bündnis Neuköllnhttp://www.buendnis-neukoelln.de/

    Beschreibung: Wir sind ein überparteilicher, überkonfessioneller und multikultureller Zusammenschluss von Organisationen, Gewerkschaften und Geschäftsleuten, privaten und staatlichen Einrichtungen sowie Einzelpersonen im oder für den Bezirk Neukölln. Neukölln ist lebens- und liebenswert aufgrund seiner Vielfalt. Die Entwicklung des Bezirks zur Großstadt wäre ohne Einwanderung nicht denkbar gewesen. Die Probleme, die sich aus dem Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Prägung ergeben und aus der wirtschaftlichen und sozialen Lage vieler Einwohner erwachsen, lassen sich nur mit gegenseitigem Respekt und auf friedliche Weise lösen oder entschärfen.

    Kontakt: Interessierte sind herzlich eingeladen, sich dem Bündnis anzuschließen! Sie erreichen uns über das Kontaktformular im Internet oder über die Adresse: buendnisnk@aol.de

  • Aktionsbündnis Flüchtlingshilfe Britz

    http://www.aktionsbuendnis-rudow.de/index.html

    Beschreibung: Das Aktionsbündnis Rudow für Demokratie und Toleranz gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit in Rudow ist überparteilich, überkonfessionell und multikulturell. Es ist ein Zusammenschluss von Organisationen, Einrichtungen und engagierten Bürgern aus oder mit Bezug zu Rudow.
    Das Bündnis gründete sich im Dezember 2006 um auf die nicht mehr übersehbare öffentliche Präsenz der rechten Szene im Rudower Straßenbild und die steigende Zahl rassistischer und rechtsextremer Vorfälle eine zivilgesellschaftliche Antwort zu geben.

    Kontakt: kontakt@aktionsbündnis-rudow.de

  • Initiative “Solidarität mit den Geflüchteten in Pankow”

    http://pankowhilft.blogsport.de/

    Beschreibung: Das Willkommensnetzwerk „Pankow Hilft!“ ist ein loses Netzwerk aus verschiedenen Unterstützungskreisen für Menschen in Fluchtsituationen. Das Netzwerk befindet sich im Aufbau und setzt sich aus einer Vielzahl von Bürger_innen sowie kulturellen, sozialen und politischen Organisationen aus Pankow zusammen. Momentan existiert ein Unterstützungskreise für die Mühlenstraße, Straßburger Straße, in Weißensee und in Berlin-Buch.

    Kontakt: moskito@pfefferwerk.de

  • Initiative „Moabit Hilft“
    http://moabit-hilft.com/

    Beschreibung: Wer wir sind Kriege und Vertreibungen führen dazu, dass Flüchtlinge aus den unterschiedlichsten Gebieten der Welt, auch zu uns nach Moabit kommen.
    Sie sind häufig traumatisiert, sprechen kaum oder gar nicht die deutsche Sprache und kennen sich nicht aus in einer Ihnen völlig fremden Kultur. Ihnen und ihren Kindern wollen wir, eine Gruppe von Anwohnern, lokalen Institutionen, Vereinen und Geschäftsleuten aus Moabit, tatkräftig helfen.

    Kontakt: moabit.hilft@gmail.com

  • Initiative „Neue Nachbarschaft Moabit“https://neuenachbarschaft.wordpress.com/

    Beschreibung: Seit August 2013 sind wir als unabhängige Initiative für die BewohnerInnen der Moabiter Notunterkünfte aktiv und organisieren ein umfangreiches Programm. Dank unserer Freiwilligen finden nun 5 Tage in der Woche Aktivitäten wie Kinderbetreuung, Heimkino, Sportkurse und Deutschstammtische statt. Wir betreuen auch nach Möglichkeit Familien bei Behördengängen und Arztbesuchen und organisieren Wohltätigkeitsveranstaltungen. Zur Zeit bestehen wir aus ca. 80 aktiven Mitgliedern und vielen Unterstützern. 

    Kontakt: neuenachbarschaft@gmail.com

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Bericht einer Aktivistin über das Anwohner*innentreffen am 30.6.2014

Etwa 80 Anwohner*innen und Einzelhändler*innen trafen sich am Montag um 18h auf der Ohlauer Straße, um über den andauernden Ausnahmezustand in ihrem Kiez und Handlungsmöglichkeiten zu beraten. Eingeladen hatte der Buchladen Leseglück in der Ohlauer Straße, der sich zwar nicht in der abgesperrten Zone befindet, aber seit Dienstag durch den Ausfall der Laufkundschaft keine Kund*innen mehr empfangen konnte.

Zunächst tauschten die Versammlungsteilnehmer*innen Probleme aus, die durch die Polizeiabsperrungen entstehen: Zu den Läden und Cafés würden keine Gäste und Kund*innen durchgelassen. Ein Schüler berichtete, dass er keine Lust mehr habe, jeden Tag von einem Polizisten nach Hause begleitet zu werden. Eine ältere Frau im Rollstuhl erzählte, dass sie nicht mehr zu ihrem Freund im Seniorenstift in der Lausitzer Straße gelassen würde, und rief zur vorbei laufenden Polizei: „Haut ab!“. Einzelhändler*innen berichteten darüber, dass sie auf der Suche nach Verantwortlichen wiederholt vom Bezirk an die Polizei und wieder zurück verwiesen wurden. Auch über die Situation der Geflüchteten in der Schule wurde berichtet. Alle Anwohner*innen waren sich einig, dass nicht die Besetzer*innen Schuld an dem Ausnahmezustand seien, sondern Bezirk und die Polizeileitung. Die versuchte Kriminalisierung der Geflüchteten seit Besetzung der Schule im Herbst 2012 wurde stark kritisiert.

ERGEBNISSE:

  • die Anwohner*innen fordern in einem Offenen Brief an den Bezirk die sofortige Beendigung des Ausnahmezustands und Bleiberecht für die Geflüchteten (zu unterschreiben ab 1.7., 18h, im Leseglück).

  • Es werden Transparente und Plakate gemalt, die die Forderungen untermalen und aus den Fenstern gehängt werden können.

  • Das Treffen der Anwohner*innen findet auch heute wieder um 18h statt.

  • Heute, am 1.7., wird ein öffentliches, gemeinsames Fastenbrechen im abgesperrten Bereich organisiert. Es werden auch Gäste eingeladen.

  • Es wird überlegt, gemeinsam rechtliche Schritte gegen den Ausnahmezustand einzuleiten und Schadensersatz für die ausgefallenen Einnahmen einzuklagen.

Im Anschluss an das Treffen formierten sich die Anwohner*innen zu einem Flashmob und überwanden gemeinsam die Absperrungen der Polizei, die damit sichtlich überfordert war. Auf Schildern präsentierten sie Statements der Geflüchteten aus der Schule sowie die Forderung nach dem §23 und demonstrierten weiter durch das abgesperrte Gebiet.