27.06.2014 Gorki Theater

Was hat die europäische Asylpolitik mit uns zu tun?

Was ist los mit Berlin? Die besetzte Gerhart-Hauptmann-Schule in Berlin wird umlagert von Hundertschaften von Polizist*innen. Seit Tagen harren die Asylsuchenden auf den Dächern der Schule aus und drohen bei einer Räumung herunterzuspringen. Das Bezirksamt sowie der Senat betonen weiterhin, dass es sich hierbei um ein „Angebot” und einen „freiwilligen Umzug“ handelt. Viele von Ihnen wurden bereits abtransportiert. Irgendwohin, weit weg von der Öffentlichkeit. Der Presse wird der Zugang zu den Pressekonferenzen der Asylsuchenden verweigert. Sie finden jedoch trotzdem per Skype in einer nahegelegenen Bäckerei statt. Das Recht auf Pressefreiheit und das Recht auf Leben muss in einem Rechtsstaat gewahrt sein. Auch die Medien sprechen von einem „freiwilligen Umzug“. Alle fragen sich nun, was das alles soll. Warum die Asylsuchenden auf Dächer steigen, warum sie sich in die Tiefe stürzen wollen – es ist doch NUR ein Umzug! Ein Umzug mit Polizeiaufgebot aus der ganzen Republik und einer Drohung der Abschiebung erinnert jedoch eher an einen Transport. Transport bedeutet Abschiebung. Abschiebung bedeutet in vielen Fällen den Tod. Was ist da noch zu verlieren?

Im Januar stellten wir uns im Studio die Frage: „Was hat die europäische Asylpolitik mit uns zu tun, mit Berlin, mit Deutschland?“ Sehr viel. Eben die Asylsuchenden der besetzten Schule, die sich jetzt seit Tagen isoliert in der Schule befinden, waren Teil der Veranstaltung. Die Antwort auf die Frage, die wir stellten, war einfach zu beantworten: „Wir sind hier, weil ihr dort seid.“ Ihr – das sind die deutsche Politik, die deutsche Zivilbevölkerung und die deutsche Geschichte.

 

Das Künstler*innenkollektiv Conflict Zone Arts Asylum, Studio Я, unterstützt die Forderungen der Asylsuchenden der Gerhart-Hauptmann-Schule in Berlin, solidarisieren sich mit Ihnen und fordern die Verantwortlichen die Forderungen anzunehmen und Im Sinne der Menschenrechte zu handeln.

 

Studio Я, Marianna Salzmann, Künstlerische Leiterin des Studio Я

Mit der Unterstützung von Shermin Langhoffund Jens Hillje (Intendantin und Ko-Intendant/ Leitender Dramaturg des Gorki)

und den Hausregisseur*innen des Gorki Yael Ronen, Nurkan Erpulat und Sebastian Nübling

27.06.2014

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