Möglichkeiten zum Engagement im Bereich Asyl in Berlin

Liebe Leser_Innen,

mit großer Freude begrüßen wir die Anfragen all jener die uns u.a. über Facebook angeschrieben haben mit der Frage: Ich will unbedingt was tun, weiß aber nicht was, was kann ich tun? Es tut uns sehr Leid, dass wir meistens nicht auf Eure Anfragen persönlich antworten und zugleich das Eingeständnis, es wird wohl auch zukünftig nicht ideal ablaufen.

Aber: Eine motivierte Aktivistin des Teams hat die Initiative ergriffen und die Möglichkeiten zum Engagement im Bereich Asyl in Berlin zusammengefasst.

An dieser Stelle ist es uns sehr wichtig zu betonen: Dieser Post erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ergänzungen, Vervollständigungen usw., in einem ähnlichen Format wie hier vorgegeben, nehmen wir gerne entgegen (ohlauerinfopoint@gmx.de). Die Aktualisierung kann etwas dauern, wir bitten um Geduld  ;-)…

NGOs/größere Bündnisse:

Geflüchteten Deutschunterricht geben:

  • Multitude e.V.www.multitude-berlin.de

    Beschreibung: Wir bieten in verschiedenen Berliner Lager mehr oder weniger regelmäßig mit einer hohen Fluktuation an Lehrer_innen und auch Schüler_innen abendliche Deutschkurse an. Neben der Unterrichts-AG organisieren wir uns momentan im Kinderclub (Kinderbetreuung parallel zum Deutschunterricht), in der „Wohnung statt Lager“-Gruppe, der Kino-AG, der Garten-AG, der Theater-AG, der Web-AG, der Finanz-AG und der Koordinations-AG.

    Kontakt: Wenn du Interesse hast, uns kennen zu lernen, schreib einfach eine kurze Mail an: info@multitude-berlin.de

Asylberatung anbieten/Informationen zum Asylrecht bekommen:

  • Refugee Law Clinic Berlin

    http://rlc-berlin.org/

    Beschreibung: Wir sind eine Initiative von Studierenden und Promovend_innen der Humboldt-Universität zu Berlin aus verschiedenen Fachrichtungen. Unser Ziel ist es, Studierenden Kenntnisse des Asyl- und Aufenthaltsrechts zu vermitteln und gleichzeitig kostenlose und kompetente Rechtsberatung für Geflüchtete und Migrant_innen in Berlin anzubieten. Durch eine Kombination aus theoretischer und praktischer Ausbildung sollen Studierende schon während ihrer Ausbildung in die Lage versetzt werden, echte rechtliche Hilfe anbieten zu können. Die Refugee Law Clinic Berlin e.V. schafft ein Rechtsberatungsangebot für Migrant_innen und Geflüchtete, ergänzt das universitäre Lehrangebot und möchte damit eine Lücke zwischen Ausbildung und Anwendung schließen.

    Kontakt: info@rlc-berlin.org

  • Amnesty Asyl Berlinhttp://www.amnesty-asylgruppe-berlin.de/Main/Asylberatung

    Beschreibung: Wir helfen bei der Vorbereitung auf die Asylanhörung, Fragen zum Asylverfahren und der Bereitstellung von Informationen zu Herkunftsländern.

    Kontakt: Jeden zweiten Dienstag findet um 19:15 Uhr unser Gruppentreffen statt. Vor jedem Gruppentreffen findet um 18:30 eine Einführung für Interessierte statt, in der wir die Arbeit unserer Gruppe vorstellen und Fragen beantworten.

Politische Gruppe zum Thema Asyl:

  • Refugee Struggle for Freedomhttp://www.refugeestruggle.org

    Beschreibung: Wir sind eine Gruppe von Non-Citizens, die unsere Länder wegen konkreter politischer Gründe verlassen haben. Krieg, Armut, Sanktionen und Besetzungen als Folge des Imperialismus, die auch mit der NATO gesichert sind, sowie kein gesichertes Leben unter einer Diktatur im Herkunftsland, all dies brachte uns hier nach Deutschland. Im Bewusstsein über weltweiten Rassismus, Sexismus und Nationalismus sind wir nur hier, um ein gesichertes Leben und die Freiheit, zu wählen, in unserem Leben zu haben. Aber was wir in Deutschland gegenüberstehen ist etwas vollkommen anderes: Unmenschliche Lebensbedingungen, wie gezwungen zu sein in Flüchtlingslagern zu leben und die allgemeine Isolation als Folge davon, Abschiebung, Residenzpflicht, Lebensmittelpakete, keine Erlaubnis zu arbeiten oder zu studieren, dies sind nur einige Beispiele von dem, was wir jeden Tag erleben. Das Ergebnis dieser Situation ist die unzählige Anzahl von Selbstmorden von Non-Citizens in den Lagern. Wir als Mitbewohner_innen können nicht einfach da sitzen und den Toden unserer Mitbewohner_innen weiter zusehen.

    Kontakt: indorsff@gmail.com

  • Asylstrike Berlin
    http://www.asylstrikeberlin.wordpress.com
    Beschreibung: Geflüchtete kämpfen in Berlin für ihre Rechte

    Kontakt: refugeeresistanceberlin@gmail.com

  • Refugee Schul- und Unistreikhttps://refugeeschulstreik.wordpress.com/

    Beschreibung: Wir sind ein Bündnis von SchülerInnen, Studierenden, Auszubildenden und jungen ArbeiterInnen in Berlin, das für die Rechte der Geflüchteten kämpft. Unsere Initiative in Berlin ist die Fortsetzung einer großen Solidaritätsbewegung. Sie wurde durch mehrere Räumungsversuche und -drohungen des Protestcamps am Oranienplatz durch den Berliner Senat und die Bezirksverwaltung angestoßen. Am 13.02.14 haben wir den Berliner Schul- und Unistreik organisiert, der durch Aktionen in anderen Städten begleitet wurde. Auch nach der erfolgten Räumung des Oranienplatzes hört unser Kampf nicht auf.

    Kontakt: Wenn ihr als Einzelperson oder Gruppe Interesse habt, bei der Organisation und Planung unserer Aktionen mitzuwirken, kommt einfach zu einem unserer Treffen! [öffentliches Plenum: Dienstag um 18 Uhr im Wasserturm, Kopischstraße 7, 10965 Berlin-Kreuzberg (besser vorher über FB fragen ob Treffen tatsächlich stattfindet)]

  • Bündnis gegen Lager Berlin-Brandenburg

    http://bglbb.blogsport.de/

    Beschreibung: Engagiert sich für Wohnungen statt Sammelunterkünften für Flüchtlinge. Hauptforderung des Bündnisses ist die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen in Wohnungen. Weiterhin haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, die Abschaffung der mit der Lagerunterbringung einhergehenden rassistischen Sondergesetze, wie das Sachleistungs-prinzip und die Residenzpflicht, zu fordern.

    Kontakt: buendnis_gegen_lager@riseup.net

  • Initiative Grenzen weg
    https://grenzenwegberlin.wordpress.com/

    Beschreibung: Initiative aus Studierenden der Alice Salomon Hochschule Hellersdorf

Lokale Willkommensinitiativen:

  • Solidaritätsnetzwerk Hellersdorf – Refugees Welcomehttp://infoportalhellersdorf.blogsport.de/

    Beschreibung: Informationen zu Solidaritätsaktionen in Hellersdorf

  • Hellersdorf hilft Asylbewerbernhttps://hellersdorfhilft.wordpress.com/

    Beschreibung: Wir setzen uns ein für einen solidarischen, toleranten und menschenfreundlichen Bezirk. Wir wollen die ankommenden Flüchtlinge und AsylbewerberInnen in Marzahn-Hellersdorf in der Notunterkunft in der Carola-Neher-Straße zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern des Bezirks und auch mit externer Hilfe aktiv unterstützen. Dazu werden wir über die aktuelle Situation informieren, Kontakte herstellen und mögliche Aktionen organisieren, koodinieren und/ oder bekanntgeben.

    Kontakt: Ehrenamtliche Helfer/innen und andere Interessierte können sich im Büro von Polis*, der Bezirklichen Koordinierungsstelle für Demokratieentwicklung am Ort der Vielfalt Marzahn-Hellersdorf, melden.

    Adresse: Polis* – Bezirkliche Koordinierungsstelle für Demokratieentwicklung am Ort der Vielfalt Marzahn-Hellersdorf, Alice-Salomon-Platz 3, 12627 Berlin,

    E-Mail: polis@stiftung-spi.de

  • Bündnis Willkommen im Westend- Refugees Welcome
    http://willkommen-im-westend.de/

    Beschreibung: Wir sind eine Gruppe von Nachbarinnen und Nachbarn aus Charlottenburg und anderen Berliner Bezirken, die sich für die hier angekommenen Flüchtlinge engagieren.

    Kontakt: kontakt@willkommen-im-westend.de

  • Bündnis Willkommen in Reinickendorf – Refugees Welcomehttp://willkommen-in-reinickendorf.de/
  • Bündnis Neuköllnhttp://www.buendnis-neukoelln.de/

    Beschreibung: Wir sind ein überparteilicher, überkonfessioneller und multikultureller Zusammenschluss von Organisationen, Gewerkschaften und Geschäftsleuten, privaten und staatlichen Einrichtungen sowie Einzelpersonen im oder für den Bezirk Neukölln. Neukölln ist lebens- und liebenswert aufgrund seiner Vielfalt. Die Entwicklung des Bezirks zur Großstadt wäre ohne Einwanderung nicht denkbar gewesen. Die Probleme, die sich aus dem Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Prägung ergeben und aus der wirtschaftlichen und sozialen Lage vieler Einwohner erwachsen, lassen sich nur mit gegenseitigem Respekt und auf friedliche Weise lösen oder entschärfen.

    Kontakt: Interessierte sind herzlich eingeladen, sich dem Bündnis anzuschließen! Sie erreichen uns über das Kontaktformular im Internet oder über die Adresse: buendnisnk@aol.de

  • Aktionsbündnis Flüchtlingshilfe Britz

    http://www.aktionsbuendnis-rudow.de/index.html

    Beschreibung: Das Aktionsbündnis Rudow für Demokratie und Toleranz gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit in Rudow ist überparteilich, überkonfessionell und multikulturell. Es ist ein Zusammenschluss von Organisationen, Einrichtungen und engagierten Bürgern aus oder mit Bezug zu Rudow.
    Das Bündnis gründete sich im Dezember 2006 um auf die nicht mehr übersehbare öffentliche Präsenz der rechten Szene im Rudower Straßenbild und die steigende Zahl rassistischer und rechtsextremer Vorfälle eine zivilgesellschaftliche Antwort zu geben.

    Kontakt: kontakt@aktionsbündnis-rudow.de

  • Initiative “Solidarität mit den Geflüchteten in Pankow”

    http://pankowhilft.blogsport.de/

    Beschreibung: Das Willkommensnetzwerk „Pankow Hilft!“ ist ein loses Netzwerk aus verschiedenen Unterstützungskreisen für Menschen in Fluchtsituationen. Das Netzwerk befindet sich im Aufbau und setzt sich aus einer Vielzahl von Bürger_innen sowie kulturellen, sozialen und politischen Organisationen aus Pankow zusammen. Momentan existiert ein Unterstützungskreise für die Mühlenstraße, Straßburger Straße, in Weißensee und in Berlin-Buch.

    Kontakt: moskito@pfefferwerk.de

  • Initiative „Moabit Hilft“
    http://moabit-hilft.com/

    Beschreibung: Wer wir sind Kriege und Vertreibungen führen dazu, dass Flüchtlinge aus den unterschiedlichsten Gebieten der Welt, auch zu uns nach Moabit kommen.
    Sie sind häufig traumatisiert, sprechen kaum oder gar nicht die deutsche Sprache und kennen sich nicht aus in einer Ihnen völlig fremden Kultur. Ihnen und ihren Kindern wollen wir, eine Gruppe von Anwohnern, lokalen Institutionen, Vereinen und Geschäftsleuten aus Moabit, tatkräftig helfen.

    Kontakt: moabit.hilft@gmail.com

  • Initiative „Neue Nachbarschaft Moabit“https://neuenachbarschaft.wordpress.com/

    Beschreibung: Seit August 2013 sind wir als unabhängige Initiative für die BewohnerInnen der Moabiter Notunterkünfte aktiv und organisieren ein umfangreiches Programm. Dank unserer Freiwilligen finden nun 5 Tage in der Woche Aktivitäten wie Kinderbetreuung, Heimkino, Sportkurse und Deutschstammtische statt. Wir betreuen auch nach Möglichkeit Familien bei Behördengängen und Arztbesuchen und organisieren Wohltätigkeitsveranstaltungen. Zur Zeit bestehen wir aus ca. 80 aktiven Mitgliedern und vielen Unterstützern. 

    Kontakt: neuenachbarschaft@gmail.com

*Free our friends! – JOIN THE DEMO 31.12.2014* – *Free our friends! – Call for donation / Spendenaufruf*

Demo against the prison - Free our friends
31.12.2014
22.45 U-Turmstraße

In solidarity with our friends from Ohlauer Schule who are now in prison we will
join the demo against prisons to the JVA Moabit.
Come and show solidarity! Don't come alone and take care of yourself!


Demo gegen den Knast - Free our friends
31.12.2014
22.45 Uhr U-Turmstraße

In Solidarität mit unseren inhaftierten Freunden aus der Gerhart-Hauptmann-Schule 
schließen wir uns der Knastdemo zur JVA Moabit an.
Kommt dazu und zeigt Solidarität! Kommt nicht alleine und passt auf euch auf!


FREE OUR FRIENDS! - CALL FOR DONATION / SPENDENAUFRUF

*deutsch unten*

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*Free our friends! - Call for donation*

On December 10th, during an unannounced fire safety control, which began
at 5:00 AM, two residents of the Gerhart-Hauptmann School were awoken
and arrested. As disrespectfully as possible, a further resident was
arrested the following day during the memorial service for refugee
activist Sista Mimi in front of the school. Sista Mimi was an activist
who lived and struggled in the school who passed away on the afternoon
of December 10th. Our friends have been in pre-trial custody in the
prison JVA Moabit since then.
Currently neither there is neither an indictment nor a trial date. It is
clear that warrants were issued based on accusations from the time of
the roof occupation in June/July 2014
We, the support group TWAS – Together We Are Strong – are trying now to
support the three activists insofar as possible in their isolated days.
With the understanding of those in prison, we regularly transfer money
to their JVA account, in order to break their isolation (for telephone
cards, stamps, radio, televesion, etc.). In addition, we are organizing
clothing, books, and other ways of passing the time, we send letters and
packages and coordinate the strongly limited visitor hours they are
allowed ( twice a month for one hour) and we are in contact with their
lawyers. Donations are also used to cover the lawyers’ fees.

Support our people in prison!
Every euro and every letter count!
Solidarity knows no walls!
Together we are strong!

Bank account:
ARIBA e.V./ ReachOut
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE65 1002 0500 0003 2448 01
BIC: BFSWDE33BER
Reason for payment: TWAS

eMail:
twas@riseup.net
Infos:
http://www.oplatz.net/
https://ohlauerinfopoint.wordpress.com/


„i have been locked by the lawless.
  Handcuffed by the haters.
  Gagged by the greedy.
  And, if i know anything at all,
  it's that a wall is just a wall
  and nothing more at all.
  It can be broken down.


  i believe in living
  i believe in birth.
  i believe in the sweat of love
  and in the fire of truth.“
  Assata Shakur


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*Free our friends! - Spendenaufruf*

Am 10. Dezember 2014 wurden während der unangekündigten
Brandschutzkontrolle ab 5 Uhr morgens zwei Bewohner der
Gerhart-Hauptmann-Schule aus dem Schlaf gerissen und verhaftet. An
Respektlosigkeit nicht zu überbieten, wurde ein weiterer Bewohner am
darauf folgenden Tag auf der Trauerfeier für die Refugee-Aktivistin
Sista Mimi vor der Schule verhaftet. Sista Mimi war eine Aktivistin, die
in der Schule gewohnt und gekämpft hat und am Nachmittag des 10.
Dezember verstorben ist. Unsere Freunde befinden sich seitdem in
Untersuchungshaft in der JVA Moabit.
Zum aktuellen Zeitpunkt liegt weder die Anklageschrift vor, noch gibt es
einen Prozesstermin. Klar ist nur, dass Haftbefehle vorlagen, die sich
auf Vorwürfe stützen, die sich auf die Zeit der Dachbesetzung im
Juni/Juli 2014 beziehen.
Wir, die Unterstützungsgruppe TWAS – together we are strong, versuchen
nun, die drei Aktivisten so gut es geht im isolierten Alltag zu
unterstützen. In Absprache mit den Inhaftierten überweisen wir ihnen
regelmäßig Geld auf ihr JVA-Konto, um diese Isolation zu durchbrechen
(für Telefonkarten, Briefmarken, Musikgeräte, Fernsehgeräte, etc.).
Außerdem besorgen wir Kleidung, Bücher und weitere
Beschäftigungsmöglichkeiten, schicken Briefe und Pakete, organisieren
den stark eingeschränkten Besuch (zweimal im Monat für jeweils eine
Stunde) und sind in stetem Kontakt mit den Anwält_innen. Von den
Spendengeldern werden auch die Anwält_innenkosten gedeckt.

Unterstützt die Leute im Gefängnis!
Jeder Euro und jeder Brief zählt!
Solidarität kennt keine Mauern!
Together we are strong!

Kontoverbindung:
ARIBA e.V./ReachOut
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE65 1002 0500 0003 2448 01
BIC: BFSWDE33BER
Verwendungszweck: TWAS

eMail:
twas@riseup.net
Weitere Infos unter:
http://www.oplatz.net/
https://ohlauerinfopoint.wordpress.com/

„i have been locked by the lawless.
  Handcuffed by the haters.
  Gagged by the greedy.
  And, if i know anything at all,
  it's that a wall is just a wall
  and nothing more at all.
  It can be broken down.

  i believe in living
  i believe in birth.
  i believe in the sweat of love
  and in the fire of truth.“
  Assata Shakur

Großaufgebot der Polizei in der Gerhart-Hauptmann-Schule

Pressemitteilung Ohlauer Infopoint – 10.12.14 16:00

Seit heute Morgen, Mittwoch den 10.12.14, um sechs Uhr ist das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg in der Schule, begleitet durch ein Großaufgebot der Berliner Polizei. Diese twitterte, sie „schütze das Bezirksamt bei der Untersuchung des Brandschutzes und der Fluchtwege“.

Dabei werden zahlreiche Türen in der Schule gewaltsam durch die Polizei geöffnet und es kommt zu massiven Verletzungen der Privatsphäre der Bewohner*innen der Schule.

Die Bewohner*innen kritisieren, dass sie weder im Vorfeld noch heute Morgen über die Untersuchung informiert wurden. Auch Bezirkssprecher Sascha Langenbach bestätigte, dass „die Bewohner*innen erst gegen halb acht von den Maßnahmen mitbekommen haben, als Schlosser Türen aufbohrten.“ Die Bewohner*innen sehen sich ohne Ankündigung mit einem Großaufgebot an Polizei in ihrem Zuhause konfrontiert und werten dies als bewusste Schikane und als weiteren Schritt der Eskalation.

Außerdem wurden drei Bewohner*innen festgenommen.

Die Polizei schrieb ebenso wie das Bezirksamt in einer Stellungnahme, dass „eine Räumung nicht vorgesehen“ sei. Auch Sascha Langenbach betonte, dass aufgrund laufender Klagen von Bewohnern eine Räumung derzeit rechtlich ausgeschlossen sei.

Trotzdem halten es Bewohner für möglich, dass diese Aktion in eine Räumung münden könnte, da sie jegliches Vertrauen in die Zusagen des Bezirks und der Polizei verloren haben. „Sie benutzen dieselbe Strategie wie auf der Cuvrybrache, um jeden Widerstand zu brechen“, kommentiert ein Bewohner die massiven Polizeimaßnahmen, bei denen nach rbb-Informationen mindestens 300 Polizeikräfte im Einsatz waren.

Wortbruch von Bezirk und Senat ist illegal!

Kundgebung vorm Amtsgericht Tempelhof-Kreuzberg:
12.10.14 // 9.30 – 11 Uhr // Möckernstraße 130

Am 12. November 2014 findet im Amstgericht Tempelhof-Kreuzberg  um 10 Uhr die
Gerichtsverhandlung über die geplante Räumung der Gerhart-Hauptmann-Schule statt.
Einige von uns aus der Schule in der Ohlauerstraße haben erfolgreich im Eilverfahren gegen die geplante Räumung geklagt. Nun steht die Entscheidung im Hauptverfahren an.

Kommt vorbei um ein politisches Zeichen zu setzen bevor der Prozess beginnt.
Es ist nicht unser Ziel im Gerichtssaal lautstark unsere Meinung zu sagen, sondern davor!

Im Juli 2014 wurde ein Abkommen mit dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg geschlossen, welches das Wohnrecht der Menschen in der Schule sicherstellt. Es beinhaltet den Aufbau eines selbstverwalteten ‘International Refugee Center’ durch uns, die jetzigen BewohnerInnen.  Dieses Abkommen ist rechtskräftig. Wortbrüche von den Berliner Regierungen können daran nichts ändern.

Wir, die Bewohner_innen haben Konzepte erarbeitet und mehrfach öffentlich präsentiert. Wir wollen ein selbstorganiesiertes Refugee-Zentrum aufbauen- von Refugees für Refugees- gemeinsam mit dem Bezirk und der Nachbarschaft. In diesem Zentrum soll Raum entstehen für Musik, bildende Kunst, Theater, medizinische und soziale Versorgung, Projekte von und für geflüchtete Frauen und die politische Organisation der Refugee- Bewegung. In Zusammenarbeit mit der Nachbarschaft und vielen Kultur- und Kunsteinrichtungen der Stadt Berlin ist ein gemeinsames Bündnis entstanden, was in der Lage ist, das Projekt eines selbsverwalteten Refugee Centers auf die Beine zu stellen.

Do. 6. Nov. Tagesübersicht

Nachdem die Berliner Polizei heute morgen ab 9:00 Uhr versuchte, den Auflagenbescheid für die Mahnwache vor der Gerhart-Hauptmann-Schule so repressiv wie möglich auszulegen, und nach etwa einer halben Stunde zäher Verhandlungen und Entgegenkommen unsererseits fünf Wannen unter anderem der 23. Hundertschaft zur Durchsetzung der Auflagen rief, weckten die Beamt*innen um kurz nach 10:00 Uhr die teilweise noch schlafenden Teilnehmenden der Versammlung. Außerdem mussten alle Schlafutensilien, wie z.B. Decken, Isomatten, Kissen und Schlafsäcke entfernt werden.

Obwohl es immer wieder regnete, waren auch die beiden Sonnenschirme nicht mehr gestattet, da es sich nach Auslegung der Poliezi nicht um einen Witterungsschutz handle, da keine Sonne scheine. Der kleine Infotisch, der zur Auslage von Flyern und Infomaterial genutzt wurde, wurde ebenso verboten.

Dadurch zerschlug die Polizei jegliche Außenwirkung der Mahnwache, da nun lediglich eine Gruppe Menschen vor dem Schulgelände ihre Solidarität kundtut.

Kurz zuvor wurden ein Refugee und eine Unterstützerin auf dem Schulgelände vom Sicherheitsdienst aufgegriffen und der Polizei übergeben, die daraufhin die Personalien aufnahm und ein Verfahren wegen Hausfriedensbruch einleitete, da weder der Geflüchtete, noch die Unterstützerin einen gültigen Hausausweis besaßen. Nichtsdestotrotz handelte es sich bei dem Geflüchteten um einen Bewohner der Schule. Gleichzeitig wurden die Patroullien auf dem Gelände verstärkt.

Im Moment sind wir wieder auf der Suche nach Schlafplätzen und rufen alle solidarischen Menschen dazu auf, sich beim Infopoint oder dem Infotelefon zu melden. Nach wie vor sind in Berlin hunderte Refugees ohne Obdach, da sie von Senat und Bezirk auf die Straße gesetzt wurden.

Meldet euch am Ohlauer Infopoint und/oder unter 01575-8376788.

Diese Obdachlosigkeit droht ebenfalls den Refugees, die derzeit noch die Schule besetzt halten. Nach wie vor sind die Refugees nicht bereit, den einseitigen Bruch des Vertages von Juli anzuerkennen und werden – das haben sie heute erneut betont – die Schule nicht freiwillig verlassen.

In diesem Zusammenhang möchten wir auf die Demonstration gegen die geplante Räumung der Gerhart-Hauptmann-Schule aufmerksam machen. Sie startet morgen um 18:00 Uhr am Lausitzer Platz und Ziel soll die Refugee-Schule in der Ohlauerstraße sein.

Respect existence or expect resistence! You can’t evict a movement!

Offener Brief an die Diakonie bezüglich der Gerhart-Hauptmann-Schule Kreuzberg

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir, Studierende der Sozialen Arbeit, Erziehung und Bildung im Kindesalter, Gesundheits-und Pflegemanagement und Physio-und Ergotherapie an der Alice Salomon Hochschule Berlin sind entsetzt über Ihr Vorhaben, gemeinsam mit der Bezirksregierung Kreuzberg-Friedrichshain die von Geflüchteten besetzte Gerhart-Hauptmann-Schule Kreuzberg räumen zu lassen, um Ihren Plan von einem „Internationalen Flüchtlingszentrum“ umsetzen zu können.

Mit diesem Vorhaben beteiligen Sie sich nicht nur beim Wortbruch der Bezirksregierung, die Schule weiterhin bewohnen zu lassen und einen selbstverwalteten Raum für Geflüchtete aufzubauen, sondern nehmen sich auch aktiv daran teil, Menschen in die Obdachlosigkeit zu schicken.

Gerade dass Sie als einer der größten Arbeitgeber für Soziale Arbeit mit 450.000 Beschäftigten in Deutschland sich in so eine Mittäterschaft begeben, macht uns fassungslos. Ihr Engagement für Menschenrechte, Existenzsicherung und zur Bekämpfung von Ausgrenzung und Armut erscheint in diesem Licht ironisch und wenig glaubhaft.

In unserer Auffassung von Sozialer Arbeit gibt es kein entweder oder. Der Einsatz für eine Gruppe darf nicht auf Kosten von Anderen geschehen. Die Würde der Menschen muss auch unabhängig vom Aufenthaltsstatus geachtet werden. Und Ihr Engagement sollte nicht bei der Trägerschaft eines „Internationalen Flüchtlingszentrums“ anfangen, sondern sollte sich auf die strukturelle Gleichstellung von Geflüchteten konzentrieren.

Wir fordern Sie hiermit auf, sich nicht am rassistischen und menschenverachtenden Umgang des Senates mit Geflüchteten zu beteiligen. Beginnen Sie endlich Gespräche mit den Menschen in der Schule, lassen Sie die Menschen selbst aktiv die Schule gestalten und üben Sie Druck auf Bezirk und Senat aus, um ihnen sichere Aufenthaltstitel und Arbeitserlaubnisse zu verschaffen und um ein menschenwürdiges und gleichberechtigtes Leben für alle Menschen zu ermöglichen.

Mit verbindlichen Grüßen,

Grenzen_weg Berlin

offener Brief an die Diakonie